Der Karlsruher Präventionstag ist eine Veranstaltung, die von einem Netzwerk unterschiedlichster Organisationen getragen wird. Die Zielgruppe sind Lehrer*innen, Sozialpädagog*innen, Verwaltungsleute, Polizist*innen und Ehrenamtliche. Seit dem Jahr 2010 beschäftigt er sich jedes Jahr mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, in deren Zentrum das Thema Prävention steht.
17. Karlsruher Präventionstag 2026
Die Architektur des Wir: Wo Haltung und Respekt wachsen
22.10.2026, 09:30h – 13:00 Uhr
Vormittagsprogramm im Tollhaus Karlsruhe
Einführungsrunde
Theaterpädagogischer Impuls
Werkraum Karlsruhe e.V.
Impulsreferate
- „Aufwachsen junger Menschen in (post)digitalen Sozialisationsräumen – Kompetenzanforderungen im Wandel“ Prof. Dr. Angela Tillmann, TH Köln
- „Die Architektur des Wir. Warum Prävention dort beginnt wo wir uns begegnen“ Prof. Dr. Katrin Feldermann, FH Kärnten
Talkrunde
Prof. Dr. Angela Tillmann, TH Köln
Prof. Dr. Katrin Feldermann, FH Kärnten
Prof. Dr, Mechtild Gomolla, PH Karlsruhe
Aylin Balsoy-Schuster, Leitung Kreisjugendring e.V. Landkreis Karlsruhe
Fabian Nestor, Leitung Psychologische Beratungsstellen Landkreis Karlsruhe
Moderation: Markus Brock
22.10.2026, 14:30h – 16:00 Uhr
Workshops
Workshops in Präsenz- P
P1 Was Jugendliche im Gaming erleben – und wie Fachkräfte daran anknüpfen können
Eike Westenfelder, Fachstelle Medienpädagogik AWO Karlsruhe
Wir betrachten die digitale Lebenswelt des Gaming aus motivationspsychologischer Perspektive, um Ressourcen und Abhängigkeiten für die systemische Arbeit zu identifizieren.
Wir gehen der Frage nach, warum Videospiele enorm Aufmerksamkeit binden, was wir noch von ihnen lernen können und warum Zocken zu einem Ungleichgewicht zwischen analoger und digitaler Welt führen kann. Im Fokus stehen zwar Videospiele, die methodische Herangehensweise ist aber universell auf alle Schnittstellen digitaler und analoger Lebenswelten übertragbar.
P2 Die neue Autorität im Schulalltag- handlungsfähig ohne zu beschämen
Alexandra Bratzler, ZSL RS Karlsruhe
Karin Fischer, ZSL RS Karlsruhe
„Ich bin da. Ich bleibe da. Ich bleibe nicht allein.“ Diese drei Leitsätze der neuen Autorität ermöglichen es Pädagoginnen und Pädagogen, gewaltfrei und beharrlich an einem respektvollen Miteinander in der Schule zu arbeiten. Sie Systemische Autorität richtet den Blick darauf, wie es selbst in eskalierenden Situationen gelingen kann, handlungsfähig und in Beziehung zu bleiben- konsequent in der Sache, wertschätzend und ohne Beschämung des Gegenübers.
P3 Jung. Vernetzt. Einsam? – Junge Menschen im Fokus
Henrike Litzler, Stadtjugendausschuss Karlsruhe e.V.
Einsamkeit unter jungen Menschen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen
Diese Entwicklung stellt Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Beratung und Sozialen Arbeit vor neue fachliche und konzeptionelle Herausforderungen.
Doch wie zeigt sich Einsamkeit im Alltag junger Menschen? Welche Faktoren begünstigen sie, wie erkennen wir sie frühzeitig und welche Ansätze haben sich in der Praxis bewährt? Wo stoßen bestehende Angebote an ihre Grenzen – und welche Impulse braucht es für die Zukunft?
Der Workshop bietet Raum, das Thema aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zu beleuchten, Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen und gemeinsam Handlungsansätze für die Arbeit mit jungen Menschen zu entwickeln.
P4 (queer)feministische Selbstbehauptung für Frauen/FLINTA*
Astrid Neumann, In Nae e.V.
Haltung und Respekt mir selbst gegenüber – Wie lasse ich mit mir umgehen? Ein Impulsworkshop zum Thema Selbstbehauptung. Im Workshop geht es darum, Formen von Gewalt zu erkennen, die eigenen Sichtweisen zu reflektieren und Handlungsstrategien für den Alltag kennenzulernen und auszuprobieren. Rollenspiele und Übungen zur Körpersprache vermitteln den Teilnehmenden selbstsicheres Auftreten und sprachliche Möglichkeiten der Selbstbehauptung.
P5 Peer-to-Peer – Das Wir stärken
Fachkräfte der Schulsozialarbeit an allgemeinbildenden Schulen in Karlsruhe
Vorstellung der Peer-to-Peer Projekte, die Schulsozialarbeit an Karlsruher Schulen gerade unterstützt.
Projekte aus den Themenbereichen: Antidiskriminierung, Psychische Gesundheit und mehr.
Gemeinsam mit jungen Menschen bieten wir Einblick in die Projekte.
P6 Zwischen Likes und Lebensfragen Haltung mit Jugendlichen entdecken
Daniela Unmüßig, Evangelische Jugend Baden
Wie kommen wir mit Jugendlichen über Haltung ins Gespräch – lebensnah, offen und stärkend? In diesem Workshop entdecken wir Methoden und Impulse, die junge Menschen darin empowern, ihre eigenen Werte zu reflektieren, eine tragfähige Haltung zu entwickeln und diese im Alltag selbstbewusst zu vertreten. Gemeinsam erproben wir praxisnahe Zugänge, die Gespräche auf Augenhöhe ermöglichen und zur persönlichen Auseinandersetzung einladen.
P7 Love is Respect – Jugendliche Beziehungen begleiten und stärken
Anja Rook, Frauenberatungsstelle Karlsruhe
Christiane Wächter, Coaching & Sexualberatung
Erste Paarbeziehungen im Jugendalter sind prägend und können wichtige Erfahrungen im Umgang mit Nähe, Grenzen, Liebe und Respekt vermitteln. Gleichzeitig können sich bereits in frühen Beziehungen ungesunde Dynamiken wie Kontrolle, Druck oder Grenzverletzungen zeigen. Der Workshop vermittelt fachliche Impulse zum Erkennen solcher Warnsignale und erarbeitet praxisnahe Möglichkeiten, betroffene Jugendliche sensibel zu begleiten, zu stärken und in ihrer Selbstbestimmung zu unterstützen.
P8 Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – Räume des Respekts schaffen
Coco Lange, Erziehungswissenschaftlerin, Kunstpädagogin und Yogalehrerin, ZeSIA (Zentrum für Sexuelle Gesundheit, Identität und Aufklärung) in Karlsruhe, Trägerverein ist die Aidshilfe Karlsruhe
Wie können Fachkräfte ein Umfeld gestalten, in dem sich alle Menschen unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität willkommen und respektiert fühlen? Der Dialog-Workshop bietet Raum für Austausch, Reflexion und praxisnahe Impulse. Ein kompakter Überblick zu Grundlagen, wichtigen Meilensteinen und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen schafft eine gemeinsame Wissensbasis. Gemeinsam werden Herausforderungen, Unsicherheiten und Handlungsmöglichkeiten diskutiert, um Vielfalt sichtbar zu machen, Diskriminierung entgegenzuwirken und eine Kultur der Zugehörigkeit zu fördern. Im Mittelpunkt stehen die eigene Haltung, professionelles Handeln und die Frage, wie das „Wir“ in einer vielfältigen Gesellschaft gestärkt werden kann.
Workshops online- O
O1 Architektur eines gelingenden Lebens
Marco Dobel, Psychologische Beratungsstelle Graben-Neudorf
Wie können wir unsere Kinder dabei begleiten, ihren Weg in einer Welt zu finden, die sich durch Internet und Künstliche Intelligenz rasant verändert? Was brauchen Eltern und junge Menschen, um ihr Leben mit Zuversicht, Kreativität und innerer Stärke zu gestalten? Der Vortrag lädt dazu ein, diesen Fragen gemeinsam nachzugehen und bietet anregende theoretische und praktische Bausteine für den Familienalltag.
O2 Schutzkonzepte für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Jakob Wolfrum, Fachstelle PriJuS – Prävention in Jugendarbeit und Sport, Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe
Schutzkonzepte helfen Organisationen und Einrichtungen dabei, Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen und Handlungssicherheit für Mitarbeitende und Ehrenamtliche zu schaffen. Im Workshop geben wir einen Überblick über die zentralen Bausteine eines Schutzkonzepts – von der Risiko- und Potenzialanalyse über Verhaltensregeln und Beteiligung bis hin zu Beschwerdewegen und Handlungsleitfäden. Dabei steht besonders die Frage im Mittelpunkt, wie ein Schutzkonzeptprozess sinnvoll und praxisnah begonnen werden kann. Gemeinsam schauen wir darauf, welche ersten Schritte sich bewährt haben und wie Mitarbeitende, Ehrenamtliche sowie Kinder und Jugendliche gut beteiligt werden können.
O3 Der verborgene Einfluss von Popkultur auf die Persönlichkeitsentwicklung
Sebastian Pflüger, Computerspielschule, Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe
Unter dem Begriff „Popkultur“ kann seit langem nicht mehr nur die Film- und Musikbranche verstanden werden. Die vielfältigen Medienproduktion, wie Animes, Mangas, Romane, Comics, Videospiele, Influencer*innen, etc. haben eine Wirkung und dienen vielen Menschen als Vorbild und Orientierung ihres eigenen Wertekompass. In diesem Workshop möchte ich ihnen die Tür in diese Welt öffnen und einen Einblick ermöglichen.
O4 FamilienKULTUR – Prävention für suchtbelastete Familien neu denken
Stefanie Matt, AGJ Suchtberatung Ettlingen
In diesem Workshop stellt Ihnen Stefanie Matt das neue Projekt der AGJ Suchtberatung Ettlingen „FamilienKULTUR“vor. Sie lernen die Zielsetzung und Bausteine des Projektes kennen und erfahren, wie Sie in Ihren Einrichtungen ggfs von den Angeboten profitieren können. Im Rahmen von „FamilienKultur“ wollen wir pädagogische Fachkräfte im Umgang mit suchtbelasteten Familien schulen und mögliche Berührungsängste mit diesem, bisweilen schambehafteten, Tabuthema abbauen. Weiterhin sind im Rahmen des Projektes Elternabende und ein Familienpodcast geplant. Nach der Vorstellung steht Ihnen Frau Matt gerne noch für Fragen und einen Austausch zur Verfügung. Das Projekt „FamilienKULTUR“ wird gefördert vom Sozialministerium Ba.Wü.
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Die Anmeldung für den Präventionstag 2026 ist ab sofort möglich unter:
Sollte ein Workshop nicht als Anmeldeoption erscheinen, ist er bereits ausgebucht.
Für Lehrkräfte: Lehrkräfte melden sich über den oben aufgeführten Link und zusätzlich über LFB mit der Lehrgangsbezeichnung VRPQD5 an und tragen hier im Formular unter „Institution“ Ihre Schule ein. Weitere Informationen zur Anmeldung über LFB gehen Ihrer Schule zu. Danke.
